Studie: „Social Media Deutschland“ – interessante Ergebnisse und Bestätigungen

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“The winner takes it all” betitelt die Studie “Social Media Deutschland”, die von PwC (PricewaterhouseCoopers AG) durchgeführt und erstellt worden ist. Die Studie bezieht sich auf die Einstellung zu sozialen Medien von 1.000 Nutzern im Jahr 2012.

Die Analyse ist sehr ausführlich und gibt in 69 Seiten einen guten Überblick über u.a. die Entwicklung, das Nutzerverhalten, die Aktivität und die Nutzermotive.

Studie: Social Media Deutschland/PwC zum downloaden
Studie: Social Media Deutschland/PwC zum downloaden

Folgend sind einige Bereiche aus der Studie dargestellt, die Kernpunkte widerspiegeln.

Die Studie zeigt auf, dass die “Deutschen” im Internet und im Bereich Social Media sehr aktiv sind.

Facts sind:

  • 73% der Bevölkerung nutzen das Internet
  • jede 5. Online-Minute wird auf Social Media Webseiten verbracht
  • über ¾ der deutschen Onliner nutzen das Netz täglich und tauschen sich auf Plattformen wie Facebook, Youtube, XING und Twitter aus.

Die Entwicklung zeigt, dass verschiedene Segmente mittlerweile ihre eigenen Plattformen haben. Hier ist zu erkennen (lt. Studie), dass sich eine Fokussierung auf jeweils einen Anbieter pro Segment ergeben hat. Namentlich ist Facebook (soziales Netzwerk), Youtube (Musik & Video-Channel), Twitter (microblogging) und XING (Business-Portal) zu erwähnen.

Der Bekanntheitsgrad der einzelnen Portale –  aber auch die der Nebenschauplätze – ist sehr hoch und ausgeprägt: über 50%.
Jedoch ist die Nutzung und auch die Potentialausschöpfung noch bei weitem sehr gering und hat daher sehr viel “Luft nach oben”. So ist erkennbar, dass z.B. bei der Gegenüberstellung “besucht” und “registriert” bei Youtube 77% (besucht) gegen 27% (registriert) stehen. Oder auch bei Twitter 30% (besucht) gegen 12% (registriert) abgezeichnet sind.

Bei der Ansicht bzgl. Potentialausschöpfung stellt Xing sich als gutes Beispiel dar:

  • Besucht: 27%
  • Registriert: 15%
  • Potentialausschöpfung: 57% .

Facebook geht hier als klarer Sieger hervor mit den folgenden Werten:

  • Besucht: 88%
  • Registriert: 79%
  • Potentialausschöpfung: 91% .

Natürlich stellt sich hier die Frage, in wie weit die Profile auch aktiv genutzt werden? Dies zeigt die nächste Grafik auf, in der auch Abwanderungstendenzen verdeutlicht werden. Aktiv und als “Lieblingsnetzwerk” ist Facebook wieder zu erwähnen mit 63,5%. Twitter kommt dagegen nur auf 3,3%:

Jedoch ist gut zu erkennen, dass sich bei Twitter 9,6% gerne registrieren würden und der “blaue Vogel” somit ein immer interessanteres Medium wird. Anders ist dies bei Stayfriends zu beurteilen. 21,2% haben zwar ein aktives Profil, aber es ist nicht die “Lieblingsplattform” und 9,4 % nutzen es gar nicht mehr. Auch die 2,3% der Nutzer, die sich gerne registrieren lassen wollen zeigt keine positive Entwicklung.

Der Blick auf die Verteilung der Altersgruppen lässt erkennen, dass Youtube und Facebook die Jahrgangsstufen ab 12 bis 55+ Jahre komplett abdeckt. Die anderen Netzwerke werden bedingt durch die Lebensphasen genutzt. So ist XING in der Nutzergruppe von 35 – 55+ Jahren aktiv und SchülerVZ bei den 12 – 24 jährigen im Einsatz.

Bei dem Nutzerverhalten zeigen die Besucherfrequenzen folgende Ergebnisse:

Zitat aus der Studie (Seite 23, Ergebnisse): “Nahezu 20% der Nutzer verbringen mehr als 3h pro Tag in ihrem Lieblingsnetzwerk. Unter den 16 – 24 jährigen sind es sogar 28%. Mehr als 50% sind mindestens 1h pro Tag in ihrem Netzwerk. Frauen nutzen soziale Medien intensiver als Männer…”

Das Aktivitätslevel zeigt auf, dass die “Nutzung sozialer Netzwerke” mit 51,8% an zweiter Stelle steht mit deutlicher Distanz zum dritten Platz “Tagesnachrichten lesen” (34,7%). Der erste Platz ist besetzt durch “Emails schreiben/lessen” (62,5%):

„Wie häufig machen Sie typischerweise die folgenden Dinge, wenn Sie ins Internet gehen?“
Die Antworten liefert die folgende Grafik, wo genau erkennbar ist, dass “Unterhaltung” eher in der jüngeren Generation Thema ist und die Informationssuche von den reiferen Nutzern im Fokus steht:

Werbung ist auch in den sozialen Netzwerken weit verbreitet.
“Der überwiegende Teil der Nutzer (69%) akzeptieren Werbung jedoch, um einen kostenfreien Zugang zu gewährleisten.” (Zitat aus der Studie, Seite 48). Werbung wird nicht als störend empfunden oder sogar zum Anlass eines Austrittes genutzt. Dies zeigt, dass die Werbeindustrie hier Potential hat und gut zielgruppenspezifisch agieren kann.

Im Bereich Social Commerce/E-Commerce zeigt die Studie auf, dass die Möglichkeit des “Fan”-Verhaltens von den Usern angenommen und genutzt wird. Die Nutzer sind “Fan” oder “Follower” einer Marke/eines Unternehmens, da sie ihre Sympathie zum Ausdruck bringen möchten und um Neuigkeiten über die Marke/das Unternehmen/Produkt zu erhalten.

Es zeigt sich jedoch, dass der “Fan” bisweil sehr passiv ist und Empfehlungen eher noch liest wie selber schreibt (nur 38,5% geben regelmässig im Internet eine Empfehlung oder Bewertung zu Produkten, Marken, Dienstleistungen, Reisen ab). Die Leserschaft ist sehr gross und die Bewertungen anderer Kunden haben eine hohe Relevanz für die (eigene) Kaufentscheidung. PwC beschreibt dies wie folgt, dass fast 70% die Frage nach der Wichtigkeit der Bewertung für die Kaufentscheidung mit “Wichtig/Sehr wichtig” beantwortet haben.

Der letzte Bereich der Studie behandelt die Thematik “Mobile Nutzung”. Die Zahlen sprechen für sich: “Bis zu 54% der Befragten nutzen Social Networks oder Social Media-Plattformen auf mobilen Geräten.” (Zitat aus der Studie, Seite 63).

Die gesamte Studie ist unter folgendem Download herunterzuladen und beinhaltet noch viele weitere interessante Aspekte.

Studie: Social Media Deutschland/PwC zum downloaden
Studie: Social Media Deutschland/PwC zum downloaden

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Ergänzend möchte ich anmerken, dass die Studie einen guten und fundierten Überblick zu “Social Media Deutschland 2012” darstellt.

Es bestätigt mich in der Meinung, dass Deutschland sehr online-affin ist und somit im Bereich Social Media viel Potential liegt.  Netzwerke, Plattformen, Portale etc. werden immer mehr angenommen sowie aktiv genutzt und erfahren eine grosse Beliebtheit. Das Internet ist für alle Altersstufen interessant und stellt somit eine ideale Schnittstelle für Unternehmen und Dienstleistern zu jeglichen Zielgruppen dar.

Social Media bietet u.a. die Möglichkeit sich über Produkte und Dienstleistungen zu informieren und öffnet somit einen weiteren Kanal, wo Kunde <–> Unternehmen einen Touchpoint haben. Hier liegt noch viel Potential, da – auch lt. der Studie – erst 15,5% der Befragten die Social Networks hierfür nutzen.


Unternehmen haben zudem über eine Präsenz im Social Media-Bereich die Chance, sich darzustellen und hierüber an den Kunden heranzutreten. Dieser Kanal bietet eine Erweiterung und Optimierung des Customer Cares und schafft somit einen grösseren Gestaltungsraum, um seinem Kunden die Möglichkeit zu offerieren, “FAN” zu werden und dies ebenso auszudrücken.

Das ist wiederum ein wichtiger Schritt in Richtung aktives CEM (Customer Experience Management), welches immer mehr Gewichtung erlangt.

Die Studie hat sich eingehend mit Deutschland befasst. Ich denke jedoch, dass dies auch teilweise übergreifend auf die DACH-Region übertragen werden kann; sehe aber Deutschland hier als das aktivste Land an.

Abschliessend möchte ich an dieser Stelle PricewaterhouseCoopers für diese Studie ein grosses Kompliment und meinen Dank aussprechen. Es wurden die relevanten Themen und Fragen ausführlich behandelt sowie die  Aufbereitung übersichtlich und gelungen dargestellt.

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